Salzfische am Boden

Im Sommer trocknen wir gesalzenen Fisch auf dem Feld bei Turnhúsið. Im 19. Jahrhundert wurde gesalzener Fisch zu Islands wichtigstem Exportprodukt. Er bildete bald die Grundlage der Wirtschaft in Ísafjörður und war bis in die 1940er-Jahre das mit Abstand wertvollste Produkt, das die Händler aus Ísafjörður auf ausländischen Märkten verkauften, bis er schließlich durch Tiefkühlfisch ersetzt wurde.

Das Wachstum und der Wohlstand von Ísafjörður basierten vor allem auf der Produktion und dem Export von Salzfisch, und im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden große Landflächen auf der Insel für die Fischerei im Sommer reserviert.

Im Sommer brachten die Männer ihren Fang aufs Meer hinaus, während Frauen, Kinder und Alte an Land arbeiteten. Sobald die Fische angelandet waren, nahmen die Fischhändler sie entgegen, säuberten sie und entfernten Blut und Häute. Anschließend wurden die Fische gründlich mit Strohbürsten gewaschen. Zum Schluss wurden sie abgespült, bevor sie zum Salzen auf die Felder gebracht wurden.


Auf den Feldern nahmen die Salzer die Fische entgegen, luden sie auf Gestelle und salzten sie. So blieben sie etwa zwei Wochen, bis das Ausbreiten begann, was an sonnigen oder trockenen Tagen geschah. Dann wurden die Fische auf die Felder gebracht und auf Steinen oder niedrigen Holzgestellen ausgebreitet. Abends wurden sie wieder an ihren Platz gebracht und mit einer Plane abgedeckt, um sie vor Regen zu schützen.


Im Laufe des Sommers begann man mit den Vorbereitungen für den Export des gesalzenen Fisches. Zunächst überprüfte man, wie trocken er geworden war.


Wenn man den Fisch mit einer Hand gegen die Sonne hielt und der Finger der anderen Hand durch seinen Nacken sichtbar war, galt er als vollständig trocken. Dasselbe galt, wenn er beim Anfassen und waagerechten Halten der Schwanzflosse gerade blieb. Nach dem Trocknen wurden die Fische ins Haus gebracht und nach Größe in große, mittlere und kleine Fische sortiert. Anschließend wurden sie auf Handelsschiffe verladen, die sie zu ausländischen Märkten transportierten.


Die Spanier und Portugiesen waren die Hauptabnehmer, doch der spanische Markt brach zusammen, als 1936 der Bürgerkrieg in Spanien ausbrach. Dies war ein schwerer Schlag für die Fischverarbeitungsindustrie des Landes, aber es dauerte nicht lange, bis eine neue Methode, das Schnellgefrieren, aufkam und zur wichtigsten Methode der Fischverarbeitung in Island wurde.