Maria Julia BA 36
Die María Júlía ist das erste Rettungsboot in den Westfjorden und blickt auf eine stolze Geschichte zurück, nicht zuletzt aufgrund ihrer Rolle im Küstenkrieg von 1958, als sie als eines der Patrouillenboote im Kampf um Islands Fischvorherrschaft in den Gewässern rund um das Land eingesetzt wurde. Zwischen den Kriegen und Rettungseinsätzen diente das Schiff als Meeresforschungsschiff.
Die María Júlía ist eng mit der Geschichte der Westfjorde verbunden. Das 137 Bruttoregistertonnen große und 27,5 Meter lange Schiff wurde in Dänemark gebaut und traf im Frühjahr 1950 in Island ein. Neben ihrer Ausrüstung für Rettungseinsätze war sie für vielfältige Aufgaben in der Meeresforschung und der Küstenwache konzipiert.
Die Geschichte des Schiffes
Schon lange setzten sich Seeleute, Unfallverhütungshelfer und andere in den Westfjorden für ein Rettungsschiff für diese Region ein. Die ersten Kronen für den Bau des Schiffes, das später den Namen „María Júlía“ erhielt, wurden in Patreksfjörður gesammelt. Dort hatte Pfarrer Einar Sturlaugsson 1933 während eines Gottesdienstes in der Kirche Patrekskirkja zu einer Spende für ein Rettungsboot für die Westfjorde aufgerufen. Dies war der Anfang, doch erst 17 Jahre später wurde Pfarrer Einars Traum Wirklichkeit. Der Jahresbericht 1950 des Isländischen Unfallverhütungsvereins berichtet über die Jungfernfahrt der „Maria Julia“ in die Westfjorde: „In den Westfjorden wurde das Schiff in jedem Hafen herzlich empfangen und ein prächtiger Empfang bereitet. An Bord befanden sich der Präsident des Unfallverhütungsvereins und Vertreter der Unfallverhütungsbehörden der Westfjorde. Als das Schiff Bjargtöngar passierte, überreichte Þórður Jónsson aus Hvallátrum dem Präsidenten des Unfallverhütungsvereins eine Spende von 1000,00 ISK für einen Gedenkfonds für seinen Bruder Gest Jónsson. Die Spende stammte von Gests Eltern, Geschwistern und anderen Verwandten und sollte die Besatzung der „Maria Julia“ für ihre Rettungsleistungen auszeichnen.“
Mehrere Einwohner der Westfjorde spendeten großzügig für das Schiff, die größte Einzelspende kam jedoch von dem Kaufmannsehepaar Mária Júlíu Gísladóttir und Guðmundur Br. Guðmundsson aus Ísafjörður, die 1937 den Großteil ihres Besitzes einem Rettungsbootfonds stifteten. Daher erschien es angemessen, das Schiff nach seiner Ankunft im Land nach Mária Júlíu zu benennen.
Das Rettungsboot María Júlía erfüllte seinen Zweck hervorragend, und man geht davon aus, dass seine Besatzung während seiner Dienstzeit rund zweitausend Menschenleben rettete. Wie geplant, wurde es auch für Meeresforschung und Küstenwache eingesetzt. 1968 wurde die María Júlía an Privatpersonen verkauft und diente fortan bis 2003 der Fischerei, entweder vom Patreksfjörður oder vom Tálknafjörður aus, bevor sie außer Dienst gestellt wurde.
Als die Maria Julia nicht mehr zum Fischen eingesetzt wurde, war sie noch seetüchtig und in gutem Zustand. Daraufhin entstand bei den Kuratoren von Hnjót und Ísafjörður die Idee, zu prüfen, ob die Museen zusammenarbeiten könnten, um das Schiff zu betreiben, es in seinen Originalzustand zurückzuversetzen und als schwimmendes Schifffahrtsmuseum zu nutzen. Schließlich umfasst das Kulturerbe der Westfjorde nicht nur das Festland, sondern auch das Meer, die Inseln und die Landmassen des Meeres. Im Frühsommer 2003 erhielten die Eigentümer des Schiffes ein Kaufangebot aus Südafrika. Man beschloss, dass die Museen versuchen sollten, auf irgendeine Weise an dem Kaufangebot teilzunehmen und sicherzustellen, dass das Schiff das Land nicht verließ, da es neben seiner großen maritimen Bedeutung auch ein Schiff von großem historischem Wert für die Isländer war. Mit Unterstützung von Abgeordneten des Wahlkreises wurde eine mündliche Vereinbarung mit den Eigentümern getroffen, dass die Museen staatliche Unterstützung beim Abschluss des Kaufangebots erhalten würden. Dadurch wurde ein Verkauf des Schiffes ins Ausland verhindert und es ergab sich die Möglichkeit, seine operative Grundlage als schwimmendes Museum zu erforschen.
María Júlía ist jetzt in einem Bootshaus in Húsavík.

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