Ögri von Ögri
Das sechs Jahre alte Boot wurde um 1880–1890 von Kristján Kristjánsson, einem Landwirt und Schiffbauer in Þúfi in Reykjafjörður, gebaut. Es wurde für den Bauern in Ögður bei Ísafjarðardjúp, vermutlich Jakob Rósinkarsson, gebaut, dem zweiten Ehemann der dortigen Hausfrau Þuríður Ólafsdóttir. Jakob starb 1894, und Þuríður übernahm den Hof. Sie starb 1921. Das Baujahr ist ungewiss, könnte aber um 1890, sogar früher oder um 1880 liegen.
Die Ögri war ein Fischerboot und wurde bis 1924 als solches genutzt. Sie wurde entweder von ihrem Heimathafen oder von Bolungarvík aus gerudert. Zuletzt wurde sie im Sommer 1952 zu Wasser gelassen. Inzwischen war in Ögurvík ein Pier gebaut worden, sodass kein Ladeboot mehr benötigt wurde. Die Ögri wurde daraufhin kopfüber im Freien gelagert und so gut wie möglich repariert. Beim Schleppen des Bootes mit einer Winde an Land brach der Bug vom Kiel ab. Sie befindet sich seit jeher im Besitz der Eigner der Ögur und ist das einzige sechs Jahre alte Boot der Westfjorde, das unverändert erhalten geblieben ist.
Das sechsjährige Boot hatte einen für Ísafjarðardjúp typischen Aufbau: Der Bug war rund und massiv, besonders im vorderen Bereich, und bestand größtenteils aus Kiefernholz, mit Ausnahme des aus Eiche gefertigten Kiels. Der Kiel war nach Süden ausgerichtet, das Boot einmastig mit vier Spieren, Bugspriet und Ruder. Der Mast trug ein Kreuzsegel und zusätzlich ein Topsegel, eine Fock. Die maximale Länge des Bootes betrug 7,81 m, die Breite 2,05 m und der Tiefgang 70 cm. In der Wintersaison wurden meist sechs- und achtjährige Boote eingesetzt.
In Ögra wurden umfangreiche Reparaturen durchgeführt, die im Jahr 2000 abgeschlossen wurden.
Ögri gehört dem Nationalmuseum von Island.

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