Der Lebensmittelladen

Krambúðin ist, wie auch das Turmhaus, für die Öffentlichkeit zugänglich. In Krambúðin befinden sich die Rezeption und der Museumsshop. Außerdem gibt es dort eine Ausstellung über die Ósk-Hausfrauenschule und Guðrún Vigfúsdóttirs Webstudio. Während der Adventszeit werden in Krambúðin heiße Schokolade und Kekse serviert, die Besucher während des Besuchs der Weihnachtsausstellung genießen können.

Das Krambúðarhúsið wurde 1757 als Fachwerkhaus erbaut. Im Süden befand sich ein Laden, im Norden ein Lagerhaus. Seine Nutzung blieb bis 1920 weitgehend unverändert, dann wurde es innen und außen komplett neu verkleidet und in ein Wohnhaus umgewandelt.

Die Fundamente aller Häuser in Neðstakaupstaður waren ähnlich. Sie waren sehr leicht, lediglich eine einfache Steinreihe auf einem Kieswall, über der goldhaltiger Boden aufgetragen wurde.

Die älteste bekannte Beschreibung des Hauses stammt aus dem Jahr 1774. Darin heißt es unter anderem: „Das Untergeschoss ist in zwei Räume unterteilt, jeder mit acht Fenstern, und fünf Fenster befinden sich im Kellergeschoss. Außerdem gibt es in diesem Haus einen geräumigen Bereich mit fünf Jochen für eine Packhalle, mit einem Fensterjoch und einem Ausgang an der Nordseite mit zwei halbhohen Türen. Die Türen und Fenster sind von außen sicher verschlossen; Eisenstangen und Riegel werden durch die Pfosten gesteckt und lassen sich von innen öffnen. Keller und Räume sind innen mit Brettern getäfelt und haben Dielenböden. Die Decke im gesamten Haus ist gewölbt. Eine Treppe führt zur Decke. An jedem Giebel der Decke befindet sich ein Fenster.“ Als die Krambúðarhúsið erbaut wurde, gab es noch keine Winterresidenz im Handelsposten, aber es ist wahrscheinlich, dass einige der Angestellten des Handelspostens im Sommer in der Krambúðarhúsið wohnten. Fachwerkhäuser dieser Art wurden im 18. Jahrhundert in isländischen Handelsposten weit verbreitet errichtet. In Dänemark war es üblich, das Fachwerk solcher Häuser mit Ziegeln auszufüllen. Diese Häuser wurden damals selten mit Holz verkleidet, das Fachwerk und die Wände blieben sichtbar. Hierzulande gibt es einige Beispiele für Fachwerkhäuser, die ursprünglich mit Ziegeln verkleidet waren, insbesondere Wohnhäuser. Anfänglich beabsichtigte man manchmal, solche Häuser ohne weitere Verkleidung stehen zu lassen, wie in Dänemark, doch das erwies sich als ungeeignet. Die Häuser wurden schnell undicht, und das Holz verrottete innerhalb kurzer Zeit. Fast alle diese Häuser wurden später mit Holz verkleidet. In Krambúðarhús waren keine Spuren einer Ziegelverkleidung des Fachwerks zu sehen, da dies hauptsächlich bei Wohnhäusern üblich war.


Krambúðin, erbaut 1757